Kombinierte Ziehmaschinen

Kombinierte Ziehmaschinen werden vorrangig eingesetzt, um aus Ringmaterial Stangen oder Rohre zu produzieren. Je nach Material (Stahl, Messing, Kupfer, Aluminium etc.) setzen sich die Anlagen aus verschiedenen Komponenten zusammen. Es werden Ziehkräfte zwischen 2 und 46 Tonnen erzeugt, um die verschiedenen Abmessungen zu bearbeiten. 


Häufig besteht eine kombinierte Ziehmaschine aus folgenden Einheiten:

1. Doppelhaspel
2. Ringaufbieger
3. Vorrichter
4. Strahlanlage
5. Einstoßvorrichtung
6. Zieheinheit
7. Profilrichter
8. Hydraulische Schlagschere
9. Rohrführung
10. 2-Walzen-Richtmaschine
11. Beidseitige Ablage
12. Anfasmaschine
13. Doppelte leise Mulde
14. Elektrische Steuerung

Doppelhaspel

Die Doppelhaspel sorgt für die schnellere Zuführung des Ausgangsmaterials.
Jede der beiden Kronen kann während des laufenden Betriebs hydraulisch abgekippt und neu bestückt werden.


Der feststehende Grundrahmen verfügt über eine angetriebene Drehvorrichtung.
Der Karussellrahmen ist mit einer integrierten Hydraulik und Kippzylindern ausgestattet.
Der Schaltschrank wird entweder isoliert betrieben oder vom Schaltschrank der Ziehmaschine mit gesteuert.

Neben der oben dargestellten Fundament-losen Ausführung gibt es auch eine stärkere Ausführung, die insbesondere bei großen Durchmessern genutzt wird. Diese benötigt ein Fundament.

Neben der oben dargestellten Fundament-losen Ausführung gibt es auch eine stärkere Ausführung, mit Fundament, die insbesondere bei großen Durchmessern genutzt wird. 

Ringaufbieger

Der Ringaufbieger sorgt für die Zuführung des Ringanfangs in den Vorrichter.

Der feststehende Grundrahmen verfügt über eine angetriebene Drehvorrichtung. Der Ringaufbiege Roboter kann vom Bediener mittels Joysticks jedwede Bewegung ausführen, so dass es möglich ist, den Drahtanfang ohne manuelles Eingreifen zu öffnen. 
Neben dem oben dargestellten Ringaufbiege Roboter gibt es auch noch die klassische Version „RIBI“.


Vorrichter

Die Vorrichtmaschine sorgt für die optimale Vorbereitung auf die Folgeprozesse.

Der angetriebene waagerechte Vorrichter ist wichtig für das starke Durchbiegen entgegen der Wickelrichtung des Ausgangsringes. Er wird von der senkrechten, nicht angetriebenen, Vorrichtung gefolgt.
Die Rolleneinstellung erfolgt, je nach Ausführung, manuell oder motorisch und wird stets digital angezeigt. Um ein schnelles Umrüsten der Maschinen zu ermöglichen, verfügt die Vorrichtmaschine über doppelte Rollen je Welle, so dass ein Wechsel der Rollen unnötig wird.

Strahlanlage

Die Strahlanlage bringt die Oberfläche des Ausgangsmaterials in den optimalen Zustand.

Bei Bearbeitungvon Stahl und Stahllegierungen wird das Material vor dem Ziehen durch eine Schleuderstrahlanlage mechanisch entzundert. Hierdurch wird gewährleistet, dass nur metallisch reines Material in den Ziehstein der Ziehmaschine gelangt.

Einstoss -Vorrichtung

Die Einstoßvorrichtung sorgt für die präzise Zuführung in die Zieheinheit.

Das direkte Einstoßen des
Ringanfanges in den Ziehstein kann, je nach Material und Dimension, den Anspitzvorgang ersetzen.
Die Einstoßkraft kann bis zu 920 kN betragen. Die gleichzeitige motorische Verstellung des Ziehsteinhalters sorgt für die optimale Ausrichtung des Ziehsteins.
Ein großer Öffnungshub verhindert eine Beschädigung durch die Einstoßbacken während des Ziehprozesses. 

Zieheinheit

Die konventionelle Zieheinheit besteht aus zwei Ziehschlitten, die über Kurven angetrieben werden.

Durch dieses von SCHUMAG seinerzeit entwickelten Hand-über-Hand Ziehverfahren ist es möglich, Material unendlich im Geradeaus-Verfahren zu bearbeiten.

Die von uns weiterentwickelten Zieheinheiten zeichnen sich durch rollengeführte Ziehschlitten, Ziehkurven aus Stahlguss und einer elektronisch gesteuerten hydraulischen Ziehbackensteuerung aus.

Es werden Geschwindigkeiten bis zu 150m/min und Ziehkräfte bis 460 kN erzielt.

Raupenzug

Der Raupenzug ist eine Ziehmethode der neueren Generation. Sie besteht aus zwei Ketten, die für höhere Ziehgeschwindigkeiten sorgen können, als die Ziehschlittenmethodik.

Hierbei sind Ziehgeschwindigkeiten von bis zu 400 m/min erzielbar. Diese sind insbesondere bei größeren Losgrößen sinnvoll. Je nach Anwendung liegen die üblichen Geschwindigkeiten zwischen 150 und 300 m/min.

Profilrichter

Der Profilrichter sorgt für das Richten des Profilmaterials innerhalb der Ziehanlage in waagerechter und senkrechter Ebene.

Die Einheit ist mit je 7 oder 9 Richtrollen ausgestattet, die manuell oder motorisch eingestellt werden können. Ihre Position wird stets digital angezeigt.

Um ein schnelles Umrüsten der Maschinen zu ermöglichen, verfügt der Profilrichter über doppelte Rollen je Welle, so dass ein Wechsel der Rollen unnötig wird.

Hydraulische Schlagschere

Die hydraulische Schlagschere trennt das Material fliegend, mit zwei Scherbüchsen.

Der elektrische Drehstrom-Servoantrieb ermöglicht eine präzise Geschwindigkeits-Steuerung des Scherenschlittens.
Die hohe Trenngeschwindigkeit und die feine Justage der Scherbüchsen ermöglicht optimale Schnittflächen.
Der Schnitt ist auch im Standbetrieb möglich.
Eine Restendensteuerung kann zusätzlich eingesetzt werden.

Wenn keine Schere eingesetzt werden kann (Rohre, Hohlprofile etc.), wird anstelle des Scherenkopfes eine Sägeeinheit oder eine spanlose Trennvorrichtung auf dem Grundgestell montiert. 

Rohrführung

Die schallisolierte Kastenrohrführung ist manuell oder motorisch quer verfahrbar.

Sie gewährleistet durch verschiedene
Rohrdurchmesser eine enge Führung der Stäbe zur nächsten Anlageneinheit.

Bei Bedarf kann die Rohrführung mit einem seitlichen Auswurf sowie Transporteinheiten ergänzt werden.

2-Walzen-Richtmaschine

Die 2-Walzen-Richtmaschine sorgt für eine präzise Geradheit bei gleichzeitig hoher Oberflächengüte.

Die höhenverstellbaren Zweiwalzen-Richtmaschinen verfügen über eine feste Unterwalze und eine verstellbare Oberwalze.
Die Verstellungen werden motorisch ausgeführt. Die verstellbaren Komponenten werden hydraulisch geklemmt.
Alle Parameter-Einstellungen werden auf Kundenwunsch mittels HMI-System gespeichert und stehen beim Einrichten der Maschine zur Verfügung.

Beidseitige Ablage

Am Ende der Ziehlinie ist eine beidseitige Ablage zum
wechselseitigen Ablegen der Stäbe angeordnet.


Je nach Einsatz von Prüfanlagen in der Ziehlinie werden die als defekt klassifizierten Stäbe von der beidseitigen Ablage auf der rückwärtigen Seite ausgeworfen.

Die als gut befundenen Stäbe werden auf der Vorderseite ausgeworfen.
Das Schneckensystem sorgt für eine präzise und störungsfreie Ausrichtung, bevor die Stäbe in die nachfolgende Anfasmaschine, andere Maschineneinheiten oder die Sammelmulde gelangen. 

Anfasmaschine

Das Stabmaterial benötigt oftmals eine bestimmte Form des Stabendes für die weitere Verarbeitung.

Die Anfasmaschine sorgt für diese Endenbearbeitung innerhalb der kombinierten Ziehanlage. 

Doppelte leise Mulde

Die Mulde sorgt für ein gedämpftes Sammeln (Auffangen) des Materials.

Die Geräuschreduzierung ist mit einer schonenden Sammlung des Endmaterials verbunden.

Durch den Einsatz einer doppelten Mulde, bestehend aus Zwischenpuffer und Fertigmulde, ist es möglich, ein Stangenbund während laufender Produktion abzubinden und zu entnehmen.

Elektrische Steuerung

Die Gesamtanlage wird mit Hilfe einer modernen elektrischen Steuerung kontrolliert und betrieben.

Jeder Prozessparameter wird erfasst und bei Bedarf dem Bediener, dem Wartungspersonal und der Fertigungsleitung zur Verfügung gestellt.

Die elektrische Steuerung basiert auf marktgängigen Standardkomponenten von SIEMENS oder anderen namhaften Herstellern nach Kundenwunsch.

Mithilfe einer internetbasierten Fernwartung ist es möglich, bei Störfällen umgehende Soforthilfe zu gewähren.

Die Gesamtsteuerung ist Industrie 4.0 geeignet.

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